Neue Fassung - Erziehungskonzept


Der Friede der Welt muss in unserem Herzen,

in unserem Hause den Ursprung nehmen.

(Reinhold Schneider)

1. Beschreibung

 

Alle Kolleginnen und Kollegen unserer Schule haben ein positives Bild von unseren Schülern.

Wir nehmen jedes Kind so an, wie es ist und sehen in der Vielfalt der Schülerschaft eine Bereicherung. Dies wird schon in unserem Eingangsbereich sichtbar. Hier begrüßen wir jedes Kind in seiner Muttersprache, um damit ein Wir-Gefühl zu entwickeln. Im Gemeinsamen Unterricht lernen die Kinder sich gegenseitig mit ihren Stärken und Schwächen zu akzeptieren und sich zu unterstützen.

Heutzutage lernen nicht mehr alle Kinder Grenzen und Regeln kennen. Deshalb ist es uns ganz wichtig, verbindliche Regeln und Rituale in allen Klassen einzuführen, die auch konsequent eingehalten werden.

Diese Regeln befähigen die Kinder zu einem sozialen und verantwortungsbewussten Umgang miteinander.

 

 

2. Begründung

 

Sozialerziehung beinhaltet nicht nur die Erziehung zu sozialem Verhalten in Beziehungen mit Menschen und Menschengruppen und die Anpassung des Einzelnen an die Erfordernisse von Gruppen, sondern auch die lndividualerziehung, die jungen Menschen bei der Identitätsfindung hilft und zum Aufbau einer stabilen Persönlichkeit beiträgt. Kinder sollen sich selbst als wertvoll erfahren und ihr Denken, Fühlen und Wollen integrieren. Nur somit können flexibles Einordnen in vorgegebene Ordnungsformen und die Erkenntnis, dass Formen möglicherweise zu verändern sind, ermöglicht werden. Der Aufbau von sozialen Verhaltensweisen darf nicht dem Zufall überlassen werden, sondern muss langfristig und systematisch mit den erforderlichen Lernprozessen geplant und strukturiert werden. Sozialerziehung muss somit als Prinzip des gesamten Lebens und Lernens in der Schule gesehen werden. Problembezogene Rollenspiele und Spiele, die die individuelle Befähigung zum sozialen Handeln, den Aufbau von Fähigkeiten (Wahrnehmung, sprachliche und nichtsprachliche Ausdrucksmöglichkeiten) und das Erlernen von Techniken (kooperatives Handeln, Äußern von Verhaltenswünschen, zuhören können) fördern, müssen wichtige Bestandteile des Unterrichts sein.

 

3. Ziele

 

  • Die Schüler akzeptieren sich selbst.
  • Die Schülerinnen und Schüler reden miteinander und können sich in andere hineinversetzen.
  • Die Schülerinnen und Schüler können ihre Wünsche und Interessen in das Schulleben einbringen.
  • Die Schülerinnen und Schüler können verantwortungsvoll  handeln und demokratische Verhaltensformen anwenden.
  • Die Schülerinnen und Schüler werden in den Klassenverband integriert und bauen ein Wir-Gefühl auf.
  • Die Schülerinnen und Schüler gehen friedlich miteinander um.
  • Die Schülerinnen und Schüler können Konflikte selbstständig und gewaltfrei  lösen.
  • Die Schülerinnen und Schüler können ihr Verhalten selber  kontrollieren.

 

4. Organisatorische Maßnahmen

 

Dies versuchen wir über folgende organisatorische Maßnahmen zu verwirklichen:

  • Klassennamen (z. B. Tier- / Pflanzennamen) für alle Klassen
  • Gestaltung des Klassenraumes
  • Einhalten der Schulregeln
  • Kennenlernen der Schulordnung
  • Klassendienste
  • Sonnensystem
  • Ritualisierung des Tages
  • regelmäßige Betreuungsnagebote (Ogata, alternative Betreuung bis 14:00 Uhr)
  • regelmäßige Gespräche mit den Eltern
  • Gemeinsame Arbeit mit der Polizei
  • Gestalteter Schulhof mit Spielplatz
  • Einsatz von erzieherischen Maßnahmen und Ordnungsmaßnahmen

 

 

5. Methodische Umsetzung

 

An der Erich-Kästner-Schule gibt es Regeln für unser gemeinsames Schulleben. Wir beginnen mit dem offenen Anfang. Die Kinder gehen ab 7.45 Uhr in ihre Klassenräume. Auf den Fluren wird Aufsicht geführt. Kinder, die später in der Schule eintreffen, gehen sofort in die Klasse, da nur im Schulgebäude Aufsicht geführt wird.

Die Schüler hängen ihre Garderobe an die für sie vorgesehenen Haken. Wertgegenstände sollen nicht in den Jacken bleiben.

Mit dem Klingeln werden die Kinder von den Lehrern in die Pause geschickt. Jeder Lehrer achtet darauf, dass die Kinder der Temperatur entsprechend angemessen gekleidet auf den Schulhof gehen.

Klassen, die vor dem Klingelzeichen auf dem Schulhof sind, müssen so lange vom Lehrer beaufsichtigt werden, bis die Aufsicht ihren Dienst beginnt.

Bei Regenwetter verbleiben die Kinder während der Pause unter Aufsicht des aufsichtführenden Lehrers im Klassenraum. Dafür stehen Pausenspiele zur Verfügung.

Die Schulhofgestaltung wird ständig weiterentwickelt und der Spielplatz wird bei guter Witterung geöffnet. Es gibt eine Spieleausleihe, bei der sich jedes Kind in der jeweils ersten Pause Spiele für den Pausehof ausleihen kann. In allen Klassen werden regelmäßig ruhige Klassenspiele und Schulhofspiele eingeübt und wiederholt. Dabei werden auch immer wieder Kommunikationsspiele eingesetzt.

 

Schulregeln:

  • Ich höre zu, wenn andere reden.
  • Ich zeige leise auf, wenn ich etwas sagen möchte.
  • Beim Arbeiten halte ich die Stille- und Flüsterregel ein.
  • Ich bin freundlich, friedlich und hilfsbereit.
  • Ich gehe mit Arbeitsmaterialien ordentlich um.
  • Ich gehe leise und langsam durchs Schulgebäude.
  • Wenn es klingelt, stelle ich mich zu zweit am Aufstellplatz auf.
  • Ich halte die Schule sauber.

 

Die einheitlichen Klassenregeln und dazugehörige Bilder hängen sichtbar in der Klasse. Sie werden zu Beginn der ersten Klasse mit den Kindern erarbeitet. Anschließend stimmen die Kinder mit ihrem Daumenabdruck diesen Regeln zu. Die Daumenabdrücke werden in das Regelhaus vor dem Lehrerzimmer gehängt.

 

Anerkennungssysteme/ Visualisierungsmöglichkeiten/ Konsequenzen:

Das Sonnen- /Kartensystem hängt für alle sichtbar in der Klasse.

  • Bis Freitag auf der Sonne: Schüler/in bekommt ein Sonnensymbol auf der immer fortlaufenden Sonnenübersicht.
  • Drei Sonnen: Schüler/in darf in die Belohnungskiste greifen (individuell gefüllt)
  • Bei Regelverstoß: ein Sonnenstrahl wandert auf die gelbe Karte, beim nächsten Verstoß innerhalb einer Woche wandert der Sonnenstrahl auf orange.
  • Orange Karte: Schüler/in muss Regelverstoßzettel zu Hause ausfüllen und von den Eltern unterschreiben lassen.
  • Drei orange Karten in Folge: rote Karte
  • Rote Karte: Brief an die Eltern (Kopie für die Schülerakte), Schüler/in muss eine Wiedergutmachung leisten, z.B. einen Dienst erledigen, Entschuldigungsbrief schreiben, Klassen aufräumen, Schulhof säubern, Versäumtes in der Schule nachholen, Alternatives Verhalten in einem Aufsatz aufschreiben (Pädagogische Maßnahme)
  • Drei rote Karten: Elterngespräch, Treffen von Vereinbarungen
  • In schwerwiegenden Fällen (Erpressung, körperlicher Gewalt, Diebstahl...) kann sofort eine rote Karte mit allen Konsequenzen gegeben werden.
  • Jeden Freitag wird im Klassenrat über das Verhalten der Schüler in der vergangenen Woche gesprochen. Alle Sonnenstrahlen wandern an die Sonne zurück.

 

Besonders auffällige Kinder bekommen zusätzlich einen Verstärkerplan (Smileyheft)

 

Lösungsmöglichkeiten bei Konflikten:

Streitsituationen werden in der Pause sofort mit der Aufsicht bzw. mit den Schülerstreitschlichtern geklärt. Streitschlichter sind als Ansprechpartner in der Pause verfügbar und an den signalfarbenen Westen zu erkennen. Sie stellen sich in jeder Klasse vor. Die Ausbildung zu Streitschlichtern findet einmal wöchentlich statt. Gleichzeitig ist einmal pro Woche eine durch eine Sozialpädagogin geleitete Streitschlichterstunde.

In Extremsituationen erfolgt die Klärung mit dem Klassenlehrer nach der Pause oder im wöchentlichen Klassenrat. Jeden Freitag findet eine Klassenratssitzung statt, in der in der Woche aufgetretene Konflikte besprochen werden.

Jede Klasse erhält eine Markierung an ihrem Aufstellplatz.

 

6. Fortbildungsstand und Fortbildungsplanung


Um unser Erziehungskonzept weiterhin erfolgreich umzusetzen und lebendig zu halten, ist die Teilnahme am Projekt „Boxenstopp“ vorgesehen. Die Fortbildung dazu findet im Januar 2014 statt.. 


Feedback der Eltern


     

Schülerfeedback

Vor einiger Zeit führten wir eine Befragung aller Schüler unserer Schule durch. Wir, die Lehrer, wollten wissen, wie unser neu erarbeitetes Sonnensystem (Erziehungskonzept) bei den Kindern ankommt.

Folgende Fragen wurden den Kindern gestellt:

  1. Wie findest du unsere Schulregeln?
  2. Hilft dir dein Sonnenstrahl, die Schulregeln einzuhalten?
  3. Hilft dir das Gespräch im Klassenrat, die Schulregeln besser einzuhalten?
  4. Möchtest du, dass wir an unserer Schule alle mit dem Sonnensystem so weiter arbeiten wie bisher?

Hier nun die Gesamtauswertung dieser Befragung: